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9. Verlauf der Münzprägung im Bistum Ösel-Wiek 1562-1569

Aus: Michail Nemirowitsch-Dantschenko und Franziskus Pärn:
Die Münzen von Herzog Magnus, Bischof von Ösel-Wiek
, Seite 228-236.

Bischof Magnus nahm bereits 1560 Erich Beck in seine Dienste und stellte ihn im Sommer 1561 als Münzmeister ein mit der Aufgabe, im August im bischöflichen Hofe auf dem Dom zu Reval eine Münzstätte einzurichten und Vorbereitungen fur eine Münzprägung zu treffen.

Erich Beck wird in Quellen schon ab 1554 als Münzmeister des Bistums Dorpat erwahnt. Nach der Besetzung 1558 des Stifts durch die Russen begab er sich zu seinem Paten Urban Dene nach Reval, der Münzmeister der Stadt war, wo er ins Blickfeld des Bischofs geriet.

Beschlossen war es nach dem Mandat des Erzbischofs Wihelm von Brandenburg und des Ordensmeisters Gotthard Kettler vom Frühling 1561 die Münzen so zu schlagen:

Aber inzwischen hatte sich die allgemeine Lage in Livland geändert. Am 6. Juni 1561 unterstellte Reval sich dem schwedischen König Erik XIV und darum wandte Bischof Magnus sich im August desselben Jahres an den Statthalter Claus Horn, mit der Bitte seiner Unterstützung beim König, im bischotlichen Gehofe auf dem Dome zu Reval, Münzen für sein Bistum (Magnus hatte auch die Verwaltungsrechte des Bistums Reval erworben) schlagen zu dürfen.

Claus Horn forschte beim Revaler Rat wegen einer Begründung dieses Wunsches und erfuhr, daß kein einziger Bischof von Reval ein Münzrecht besessen oder je vorher Münzen geprägt hatte.

Darauf schrieb er in dieser Frage an den König (am 15. August 1561) und fugte die Fürbitte des Bischofs bei. Zugleich empfahl er Bischof Magnus, sich selbst direkt an den König zu wenden.

Selbstverständlich war die Antwort absagend und darum entschied Magnus, die Münzstätte nach Hapsal, dem Kapitel des Bistums Ösel-Wiek zu überfuhren, deren Bischofe schon ab 1279 ein Münzrecht besaßen, obwohl von ihnen keine geprägten Münzen bekannt sind. Hapsal liegt noch auf dem Festlande und man konnte mit einer regeren, perspektiveren Münzprägung rechnen als irgendwo abseits im Bistum.

Schon im Jahre 1562 beginnt man mit der Münzprägung. Wie auf den neuen geschlagenen Münzen ersichtlich, unter dem Münzmeister Erich Beck, der sein Münzmeisterzeichen, eine Weintraube, bei den Ferdingen in den Avers und auf den Schillingen in den Revers setzte. Die Legendenschrift auf den Ferding- und Schillingstempeln ist mit dem gleichen Schriftpunzenset 1 in den Stempel geschnitten.

Bei den Ferdingen ist im Avers das Bildnis des Bischofs aus Teilpunzen zusammengesetzt, im Revers das Stiftswappen mit einem Satz von Teilpunzen (Adler 1) in den Stempel eingeschlagen. Die Jahreszahl (15)6Z befindet sich in der Reverslegende.

Ferdinge wurden 1562 in Hapsal nur mit einem Stempelpaar geschlagen. Sie gehören zu den schönsten Münzen des Bistums Ösel-Wiek, aber sind besser als die anderen Hapsaler Ferdinge in Sammlungen vertreten (26 Ferdinge bekannt).

Für die Schillingprägung 1562 wurden Stempel reichlicher geschnitten. Bekannt sind 14 Aversstempel (Oberstempel), das Wappen von Oldenburg in mehreren Ausführungen im verzierten Schilde, die Legende durchweg im gleichen Wortlaut, zugefügt die Jahreszahl (15)6Z. Dazu 7 Reversstempel (Unterstempel), im Felde das Stiftswappen Adler 1, aus Teilpunzen zusammengestellt und sie variiert daher gering auf jedem Stempel. Auf den 3 ersten Reversstempeln (42a-44a) ist der Buchstabe N richtig geschrieben, sonst immer umgekehrt als und auf diesen Stempeln ist die Jahreszahl 6Z noch hinzugefügt. Hierdurch gibt es bei einigen Stempelkoppelungen Schillinge mit beiderseitigen Jahreszahlen (8 Varianten) und Schillinge, wo sich die Jahreszahl nur im Avers befindet (9 Varianten).

Zum Ende des Jahres 1562, im Übergang zu 1563, wurde in der Münzstätte in Hapsal ein neuer einheitlicher Schriftpunzensatz, bestehend grötenteils aus Ganzpunzen, in Gebraueh genommen (Schrift 2). Mit dieser Schrift ist nur ein einziger Aversstempel für Ferdinge hergestellt (O5A). Das Bildnis des Bischofs ist schlichter, der Harnisch ohne Verzierungen in den Stempel geschnitten (Bildnis 2). Dazu 4 Reversstempel, ähnlich den vorhergehenden. Aber ohne eine Jahreszahl, die Legende variierend, im Felde das Stiftswappen Adler 2. Alle Ferdinge, die sich aus Koppelungen dieser Stempel ergeben, sind selten.

Auf den ersten neuen Schillingstempeln mit der Schrift 2, dieses ist anhand der für die Legendenschrift benutzten Schriftpunzen möglich zu sagen, sie sind noch heil und unbeschädigt, wurde die Legende auf den Avers- und Reversstempeln im Sinne der vorhergehenden Münzstempel vertauscht eingeschnitten. So ist auf der Seite des Oldenburgschen Wappens der Münzort und auf der Stiftswappenseite Bischof Magnus erwähnt. Der Grund dieser Legendenwechselung auf den Stempeln, richtiger wäre es von einer Legendenverwechselung zu sprechen, ist unbekannt geblieben.

Alle Schillinge im Bereich der Aversstempel 50A und B und der Reversstempel 49a und 50a gehören hierher.

Daraufhin sind wieder ab Aversstempel 51A und Reversstempel 52a die Legenden wie früher gebräuchlich auf den Schillingstempeln zu finden.

Abgeschen von dieser Legendenwechselung sind die Stempel mit dem Oldenburgschen Wappen als Ober- und die mit dem Stiftswappen als Unterstempel hergestellt.

Dadurch ergeben sich bei der Münzprägung durch Koppelung der ersten und darauffolgenden Stempelsätze, im Sinne der Legende ·MO· OVA·HAPSALIE /) MO·O·HAPSAL Zwittermünzen 50A/54a und 50B/54a, von denen die letztere selten ist.

Moglich wären auch Schillinge mit beiderseits der Legende MAG·O·G·EPS O·C·R, doch bis jetzt sind solche Schillinge noch nicht bekannt.

Schillinge mit der Jahreszahl (15)63 im Revers wurden nur in geringer Anzahl geprägt, da der Unterstempel 52a schlecht angefertigt und auf den vorhandenen Münzen deutlich Abbrüche und grobe Abnutzungsspuren zu sehen sind.

Von diesem Unterstempel ist auch eine Koppelung zum Stempel 47C aus dem vorhergehenden Prägungsabschnitt mit der Schrift 1 bekannt. Somit befinden sich auf diesen Schillingen im Avers die Jahreszahl (15)6Z und im Revers (15)63. Zur Prägungszeit dieser Münzen war die Jahreszahl im Revers schon so viel abgestumpft, daß sie ofters gar nicht mehr lesbar ist.

Nach dem Ausbruch des Krieges zwischen Schweden und Dänemark 1563 kam es gleich zu militärischen Auseinandersetzungen auf dem Festlande des Bistums Ösel-Wiek.

Am 9. August 1563 kapitulierte nach einer kurzen Belagerung die Festung Hapsal, Sitz des Domkapitels.

Ohne Zweifel gelang es dem Münzmeister Erich Beck, nach der Eroberung von Hapsal oder schon früher, seine Münzstempel und Werkzeuge zu retten und nach Arensburg zu bringen. Dort nahm die neue Münzstätte ihre Tätigkeit bald wieder auf.

In welchem Umfange es Erich Beck gelang, seine noch brauchbaren Münzstempel nach Arensburg zu bringen, ist wohl kaum möglich genau zu beantworten.

Anhand der in Arensburg geschnittenen Münzstempel, d.h. Stempel, auf denen Arensburg als Münzort erwähnt wird, ist es möglich zu sagen, daß bestimmt der schon teilweise abgenutzte Schriftpunzensatz 2 unter den Arbeitsmitteln sich befand. Ebenso der Satz von Teilpunzen, die zur Herstellung des Stiftswappens auf den Reversen der Ferdinge (Adler 2) gebraucht wurden.

Schwieriger ist zu beantworten, ob vielleicht mit diesen Punzensätzen in Arensburg zuerst noch Hapsaler Stempel geschnitten und mit denselben dort Hapsaler Münzen geprägt wurden, oder ob man gleich nur Arensburger Stempel schnitt.

Die Tatigkeit in der neuen Münzstätte beginnt recht schwungvoll. Neben dem schon in Hapsal benutzten Schriftpunzenset 2 wurde ein neuer Punzensatz Schrift 3 in Gebrauch genommen. Es ist nicht moglich genau zu sagen, ob mit dem neuen Punzensatz gleichzeitig, oder vielleicht sogar zuerst in Arensburg die Stempel geschnitten wurden und darum sind die Stempel dieser beiden Schriftarten in der graphischen Stempelkette zeitlich parallel nebeneinander gestellt.

Mit dem Hapsaler Schriftpunzenset 2 wurde eine Stempelserie für Ferdinge von 3 Avers- (Unter-) und dazu 9 Reversstempeln (Oberstempeln) geschnitten. Zuerst der Stempel 10A und nach einer Auswechselung der Buchstaben A und O im Punzenset, die Stempel 11A und 12A.

Das Bildnis des Bischofs ist mit einem neuen Teilpunzensatz recht grob in den Stempel eingesenkt, Bildnis 3.

Die Jahreszahl (15)64 befindet sich auf allen drei Aversstempeln am Schluß der Legende.

Besonders augenfällig unterscheidet sich die Zeichnung des Stiftsadlers im Reversfelde von den früheren Ausführungen. Diese Darstellung des Stiftsadlers ist einzigartig in der ganzen Münzprägung des Bistums Ösel Wiek, Adler 3.

Ungefähr zur selben Zeit wurde mit der Schrift 3 noch eine Stempelserie für Ferdinge von 3 Aversstempeln 15A-15C (Unterstempel) und 4 Reversstempeln ohne Jahr und 3 Reversstempeln mit der Jahreszahl (15)64 hergestelit.

Das Bischofsbildnis ist ahnlich dem in Hapsal geschnittenen, doch kleiner und schlichter, Bildnis 4.

Die Adlerzeichnung entspricht der in Hapsal gebrauchten und ist mit den Teilpunzen aus Hapsal in den Stempel eingeschlagen (Adler 2). Durch die Koppelung dieser Stempel und der vorher beschriebenen ergeben sich bei der Münzprägung viele Ferdingvarianten mit der Jahreszahl im Avers resp. im Revers, oder es fehlt überhaupt eine Jahreszahl. Alle diese Ferdinge sind im Jahre 1564 in Arensburg geschlagen worden.

In diese Zeit gehoren noch Ferdinge die auf den Arensburger Aversstempeln 15A-15C (Unterstempel) gekoppelt mit dem Hapsaler Reversstempel 08a (Oberstempel) geprägt wurden.

Obwohl der Revers auf Hapsal weist, wurden diese Ferdinge in Arensburg zusammen mit anderen Arensburgern in der dortigen Münzstätte mit dem aus Hapsal stammenden Stempel, geschlagen.

Weiter ist eine ahnliche Koppelung des Arensburger Aversstempels 10A, der die Jahreszahl (15)64 in der Legende tragt, mit dem Hapsaler Revers 08a vorhanden.

Bekannt ist nur ein Ferding aus der früheren Sammlung Sellmer, hernach in der Sammlung Kieler, dessen späterer Verbleib unbekannt geblieben ist.

Wie die vorherigen wurde auch dieser Ferding um 1564 in Arensburg geschlagen und konnte nicht aus Hapsal stammen, da das Kapitel schon seit August 1563 von den Schweden besetzt war.

Eine besondere Stellung in der Münzprägung des Bistums Ösel- Wiek nehmen Ferdinge o. J. ein, die auf dem Aversstempel 05A (Unterstempel) aus Hapsal, aber um 1564 in Arensburg mit dem dort geschnittenen Arensburger Reversstempel 17b gekoppelt geprägt wurden.

Für die Schillingprägung in Arensburg schnitt man zuerst die Stempel 55A und 56A. Der Schild von Oldenburg wurde noch mit der Ganzpunze aus Hapsal (Schild 2) in den Stempel eingeschlagen, doch wie für diese Zeit in Arensburg üblich setzte man in die Legende Doppelpunkte als Trennungszeichen.

Es folgte eine komplett neugestaltete Stempelserie von 7 Aversstempeln 57A bis 63A (Oberstempel), der verzierte Schild mit den Oldenburgschen Balken und dem Delmenhorstschen Kreuze in einem eingeschnittenen Schilde (Schild 3).

Dazu 2 Reversstempel 60a und 62a (Unterstempel), im Felde das Stiftswappen neu gestaltet (Adler 3).

Da noch eine ganze Reihe von Oberstempeln aus Hapsal intakt waren und man sie zur Münzprägung benutzen konnte, wurde für dieselben der Unterstempel 70a hergestellt.

So wie bei der Ferdingprägung wurde auch bei den Schillingen mit allen Stempeln, die zur Hand gelangten geprägt, ohne zu beachten, ob sie für Hapsaler oder Arensburger Schillinge geschnitten waren.

Ein besonders typisches Beispiel für diese Zeit ist der Schilling aus der früheren Sammlung von Buchholtz, jetzt Rigaer Geschichts- und Schiffahrtsmuseum.

Im Avers der gevierte Schild mit den Oldenburgschen Balken und dem Delmenhorstschen Kreuze, seitlich die Jahreszahl (15)6-4. Im Revers das Stiftswappen und die Legende: ) MO·O·HAPSAL· Auf diese unkorrekte Koppelung der Schillingstempel, hierher gehört auch der Ferding 10A/08a, wird ofters irrtümlich in der Literatur hingewiesen als auf eine in Hapsal 1564 stattgefundene Münzprägung.

Im folgenden Verzeichnis sind zusammengefasst die Münzen, wo zur Stempelkoppelung Hapsaler und Arensburger Stempel gemischt zur Prägung benutzt werden:

Wie aus dem Verzeichnis ersichtlich, handelt es sich bei den gemischten Stempelkoppelungen der Ferdinge nur um einzelne Münzen, nämlich zufällige Koppelungen vorhandener Stempel.

Bei den Schillingen bemerkt man, daß es sich mehr um eine gewöhnliche Prägung von Schillingen handelt, wo aber nicht die Besonderheit der einzelnen Stempel berucksichtigt wurde, sondern es ging mehr darum, einfacher und vorteilhafter die Schillingprägung in Arensburg zu vollzichen, wozu auch noch der Stempel 70a hergestellt wurde.

Zur Prägung der folgenden regularen Schillinge in Arensburg wurde eine neue Stempelserie angefertigt.

Im Aversfelde wieder nur das Wappen von Oldenburg mit einer Ganzpunze (Schild 5), die sich nur gering von der in Hapsal und danach noch in Arensburg gebrauchten unterscheidet, und für den ganzen Stempelsatz 70A bis 70J benutzt wurde. Anhand dessen ist es möglich, diese Aversstempel als gleichzeitig angefertigte zusammenzufassen. Die Legende ist mit der Schrift 3 geschnitten.

Für diese Oberstempel wurden einige Unterstempel hergestellt. Der Stiftsadler ist aus kleinen Teilpunzen, somit fast graviert in den Stempel geschnitten und variiert darum betrachtlich in der Zeichnung auf jedem Stempel.

Da alle diese Schillinge ohne eine Jahreszahl geprägt wurden, bereitet es einige Schwierigkeiten diese Schillinge in den allgemeinen Rahmen der Munzprägung des Bistums einzurugen. Im intakten Schatzfunde Kabli (IG 14442) mit der Verbergungszeit 1565 befindet sich einer dieser Schillinge 70A/72b.

Alle übrigen hier erfaßten Munzen dieses Schillingtyps stammen aus verschiedenen Sämmlungen und da dort jegliche Angaben über die Fundumstande fehlen, kann man sie leider zur Datierung nicht benutzen.

Bei der darauf folgenden Stempelserie wurde der Schild schon mit einer neuen Ganzpunze (Schild 6) in den Stempel eingeschlagen. Der untere Schildbogen ist ausgedehnter und dünner, oben in der Mitte, innerseits am Schildrahmen, ist ein kleiner Zapfen zu schen. Die Legende wird weiter wie früher mit der Schrift 3 geschnitten. Bekannt sind nur zwei Stempel, 71A ohne eine Jahreszahl und 73A, wo seitlich des Schildes sich die Jahreszahl (15)6-4 befindet. Sie sind mit der vorhergehenden Münzprägung durch Koppelungen der Reversstempel verbunden. Diese Tatsache erlaubt die Gruppe der Schillinge, die mit den Aversstempeln 70A-70J geprägt wurden, noch ins Jahr 1564 zu fügen.

Die Schildpunze (Schild 6) wurde noch spater bei der erneut aufgenommenen Schillingprägung 1567 und der folgenden Jahre zum Einschlagen des Wappenschildes auf allen Aversstempeln gebraucht.

Den Abschluß der Ferdingprägung in Arensburg bildet eine unter sich geschlossene Gruppe von Stempelkoppelungen mit den Jahreszahlen 64 und 65 in der Reverslegende.

Der Durchmesser des Innenringes dieser Stempel beträgt nur noch 13 mm. Das Bildnis des Bischofs (Bildnis 6) ist kleiner und schlichter wie auf den vorhergehenden Ferdingen und wird bei den 11 bekannten Aversstempeln mit ein und demselben Teilpunzensatz hergestellt.

So auch bei den 18 Reversstempeln benutzte man nur einen Teilpunzensatz zur Herstellung des Stiftsadlers (Adler 6).

Auf allen Stempeln ist die Legende mit der Schrift 3 geschnitten.

Am Ende des Jahres 1564 vergrößert sich bemerkenswert die Ferdingprägung, aber mit der fortschreitenden Zeit wurden die Ferdinge immer nachlässiger und minderwertiger geschlagen.

Für Livland, wo auch die Münzen des Bistums Ösel- Wiek im Umlauf waren, galt noch immer der Münzfuß von Erzbischof Wilhelm von Brandenburg und Ordensmeister Gotthard Kettler vom Frühling 1561. Dieses veranlaßte den Wardein von Riga Marten Wulff, eine Kontrolle der von Erich Beck geprägten Ferdinge zu vollzichen.

Die Analyse ergab: die in Hapsal geschlagenen Ferdinge entsprachen vollkommen dem Münzfuß vom Frühling 1561.

Aber die folgenden, anscheinend in Arensburg geprägten, waren wegen geringeren Silbergehalts nicht mehr 9 Schillinge wert. Es gab welche, die nur 8 Schillinge und 1 Pfennig, weitere zu 7 Schillinge und 2 1/7 Pfennige und auch Ferdinge, die nur 7 Schillinge galten.

Wegen der Minderwertigkeit dieser Münzen wurde auf dem Landtage zu Wolmar 1565 vorgeschlagen, den Kurs der Ferdinge des Bistums Ösel- Wiek auf 7 Schillinge herabzusetzen.

Ob diese vorgeschene Maßnahme, oder ein anderer Grund dazu führte, dass die Ferdingprägung 1565 in der Münzstätte Arensburg zum Stillstand kam, ist unbekannt.

Eine Schillingprägung in den Jahren 1565 und 1566 kann sehr bezweifelt werden.

Erst im Jahre 1567 nahm man in Arensburg eine Münzprägung unter der Leitung des Münzmeisters Erich Beck wieder auf.

Das Wappen von Oldenburg ist auf den neuen Aversstempeln mit der schon 1564 dazu benutzten Schildpunze (Schild 6) eingeschlagen. In der variierenden Legende befindet sich die Jahreszahl (15)67, 8 Stempel mit der Schrift 3 und 3 Stempel mit der Schrift 4. Der Reversstempel 72a verbindet diese Aversstempel.

Für die folgende Münzprägung wurden schon neue Reversstempel (Unterstempel) ab 75a bis 87a, mit der etwas geanderten Zeichnung des Stiftsadlers (Adler 6) hergestellt.

In sehr geringem Maße pragte man noch in den folgenden Jahren. Aus dem Jahre 1568 sind aus Sammlungen 4 Schillinge (3 Aversstempel) und aus dem Jahre 1569 5 Schillinge (3 Aversstempel) bekannt. Diese Münzen sind durch Stempelkoppelungen mit der vorhergehenden Prägung verbunden und sie bilden den Abschluß der Münzprägung des Bistums Ösel-Wiek.

Im Manuskript von Brotze I, 111 ist ein Ferding aus dem Jahre 1562 der Münzstätte in Arensburg gezeichnet und beschrieben.

Der Aversstempel weist deutliche charakteristische Züge des einzigartigen Stempels 10A auf, doch ist die Jahreszahl dieses Stempels (15)64 bei Brotze unrichtig als 62 eingezeichnet. Für die Rückseite dieser Münze wird einer der gewöhnlichen Reversstempel 11a bis 11d aus dem Jahre 1564 abgebildet. Somit kann man das Vorhandensein eines solchen Ferdings aus dem Jahre 1562 sehr bezweifeln.

In der Est- und Livländischen Brieflade IV. Teil, auf der Tafel 17, Nr. 5 ist ein Schilling aus Arensburg mit der Jahreszahl (15)61 abgebildet und beschrieben. Es handelt sich hier um einen Schilling aus dem Jahre 1567, wo die Jahreszahl nicht richtig verstanden ist.

In Numismatisk Forening for Ribe Stift wird von Preben Nielsen im Artikel "Prins Magnus" ein Schilling ohne Jahr des Bistums Ösel- Wiek auf der Seite 39 beschrieben, wo beiderseits der Münzort Arensburg gekürzt als ARES in der Legende zu finden ist. Wie eine genaue Besichtigung ergab, handelt es sich um eine verprägte Münze, wo durch den Doppelschlag, auch beide Seiten sind teilweise vertauscht überprägt, um einen Schilling aus dem Jahre 1567, bekannt unter 88A/87a. Er kann als ein Kuriosum dieser Stempelkoppelung betrachtet werden.

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Die Münzen von Herzog Magnus, Bischof von Ösel-Wiek.


Literatur


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